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Balanceakte

Gertrude (29) und ich nutzen einsame Mittagessen in Zweisamkeit für unsere Allgemeinbildung. Wir reden miteinander. Diesmal haben wir über Balanceakte philosophiert, die unsere Politik zu absolvieren hat.

Wenn alle in alle Welt fliegen, Filetsteak essen und alle verfügbaren Medikamente nutzen können sollten, müssen wir die Luft verschmutzen, rumänische Fleischarbeiter beschäftigen und Aspirin aus China importieren. Oder nicht?

Gertrude und ich haben mit etwa 21 Jahren vorzeitig die damals so genannte Oberstufe praktischen Zweiges verlassen und damit auch nicht Politik studiert. Wenn wir uns allerdings ausmalen, was Politik heute leisten soll, kommen wir dazu, dass es ideale politische Lösungen nie geben wird. Gemotzt wird immer. Zurecht. Und Weiterentwicklung unserer Welt plus Motzen wird immer mit sich bringen, dass auch Politik in ständiger Bewegung und Veränderung bleibt. Auch Stein des Anstoßes. Ganz einfach eigentlich.

Wir erinnern uns vage, dass wir uns monatelang mit den diversen Buchveröffentlichungen von Yuval Noah Harari herumgeschlagen haben. Verstanden haben wir relativ wenig. Hängengeblieben ist wenig. Immerhin haben wir herausgelesen, dass aller Kummer unserer Welt wohl daher rührt, dass Technik und andere Disziplinen seit ewig und ewig der zunehmenden Bevölkerungsvermehrung hinterherrennen. Und sie dabei eher beschleunigen, als ihrer wie auch immer Herr zu werden

Und dann können wir ganz besonders verwundert, aber wohl auch froh sein, wenn unsere aktuelle Bundespolitik angesichts zu bewältigender Sysiphusarbeit von mindestens zwei Dritteln der Bevölkerung gutgeheißen wird. Kaum zu glauben, aber wahr. Beruhigend irgendwie.

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