So nicht, Freundchen!

Wie ein Naturfreund mit ganz anderem Radar und geschärften Sinnen durch Feld und Wald streift, hat ein studierter Germanist wie ich ein Gespür und besondere Empfänglichkeit für sprachliche Schmankerln und Finessen. Ich habe heute Nacht vor Begeisterung kaum schlafen können, nachdem ein heimischer Fan beim gestrigen Alba-Spiel einem gegnerischen Spieler angesichts eines groben Fouls ein vorgefertigtes Plakat quasi vor die Nase hielt: “So nicht, Freundchen!” Ich war hin und weg.

Irgendwie bin ich gedanklich zu ungelenk, um einordnen zu können, aus welcher geistigen Ecke diese aus der Reihe fallende Zurechtweisung stammen mag. Ich war einfach nur begeistert. Und habe mich dazu also anschließend im Internet belesen. Und zunächst ein blaues Wunder erlebt.

Der Gesundheitswissenschaftler und Diplom-Pädagoge Udo Baer meint da: “Wenn ich ein Wort nicht mehr hören kann, dann ist es das Wort „Freundchen“. Ich verbinde es mit einem erhobenen Zeigefinger: „Na, Freundchen, du wirst da was erleben!“ Oder mit dem gekrümmten Finger: „Komm mal her, Freundchen!“ Und dazu ein Leser seiner Ausführungen sinngemäß: Kommt gleich nach “Fräulein”.

“Freundchen” ist kein kleiner Freund, sondern Herabwürdigung und Zurechtweisung sondergleichen. Und dann stimmt die Sache doch wieder. Verquirlt mit Hintersinn und Humor erfüllt das Schild seinen Zweck. Der Beschauer schmunzelt und der so gemaßregelte Gegenspieler wird reumütig und garantiert auf jede weitere Missetat verzichten. Nehmen wir doch mal sicher an,

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