Beiträge

Primat der Politik

Je mehr Tage, Wochen und Monate vergehen, in denen beobachtet, empfohlen, verboten, gelockert und wieder revidiert wird, desto mehr Mäuse kommen aus ihren Löchern, die ihren Diskussionsbeitrag leisten, bekräftigen, kritisieren und mäkeln wollen und wieder kassieren, was sie einen Tag vorher Gegenteiliges von sich gegeben haben. Einer arrivierter als der andere. Wissenschaftler, Journalisten, Lobbyisten und überhaupt jeder. Was die allgemeine Unsicherheit nicht beseitigt sondern vergrößert. Man sucht Orientierung, und es wundert nicht, dass Regierungen, Parlamente und Volksparteien Zustimmung erfahren wie lange nicht mehr.

Was sich gut trifft, wie wir einem Beitrag bzw. einem Satz daraus aus der NZZ von vorgestern entnehmen:

“Am Schluss müssen Regierungen und Parlamente (und nicht Wissenschaftler oder sonstwer) entscheiden – und dies nicht, weil sie kompetenter wären als … (die diversen) Ratgeber. Sie haben etwas ganz anderes und unschätzbar Wertvolles sämtlichen Experten dieser Welt voraus: Sie sind demokratisch legitimiert.”

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Nörgeln fehl am Platz

Nörgeln fehl am Platz. Wenn man nach links und rechts auf Welt und Europa und auf unsere Nachbarn sieht, darf man sich fragen, welchem Umstand es Deutschland und wir zu verdanken haben, dass wir in der Krise bislang so glimpflich davongekommen sind. Dazu eine hohe Zustimmung zur Politik von Bund und Ländern. Jetzt auch zur Maskenpflicht im ÖPNV und Einzelhandel. Und, besonders bemerkenswert, zu unseren großen Volksparteien. Allen dreien.

Es scheint angekommen zu sein, dass es keine Patentrezepte gibt. In Kernfragen unseres derzeitigen Krisenlebens gibt es keine klare Wahrheit. Und keine verlässlichen Prognosen. Eher akademisch kommt die Forderung daher, die Demokratie brauche Streit. Die Bevölkerung scheint eher den Schulterschluss zu suchen.

Vergleichsweise Weltspitze sei unser Gesundheitssystem. Wenn wir es obendrein richtig sehen, ist dieses noch nicht einmal näherungsweise so überbeansprucht worden wie in Nachbarländern. Gertrude (29) und ich sind jedenfalls mehr als froh, in Deutschland zu wohnen. Und auch dieses Gefühl trägt dazu bei, dass wir uns noch zumal in fortgeschrittenem Alter mit der Krisensituation arrangieren können. Irgendwie jedenfalls.

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Universaltalente

In unserem vorliegenden Beitrag über die Politik werden wir uns wieder einmal etwas breiter ergehen. Irgendwie handelt es sich hier um eines unserer nun schon langjährigen, absoluten Lieblingsthemen und -Aspekte.

Wir kommen einmal mehr drauf, weil derzeit von besonders vielen Wissenschaftlern und Fachleuten betont wird, dass der wesentliche Handlungs- und Entscheidungsbedarf, was die aktuelle Viruskrise anbelangt, bei der Politik liegt. Man wolle oder könne selbst nur Grundlagen und Beiträge dazu liefern.

Das erinnert uns an einen Vortrag, den Gertrude und ich vor geschätzten 30 Jahren einmal in nobler Runde gehört haben. Letztlich machte sich der Referent über unsere Politiker lustig. Was wolle man von ihnen erwarten. Politiker seien schlecht bezahlt, was zementiere, dass es nur mittelmäßige Figuren in die Politik zöge. Die anderswo nicht zu Potte kämen.

Was davon galt und/oder weiter gilt, wollen wir nicht beurteilen. Eines scheint uns überdeutlich, dass die Ansprüche, die an die Politik gestellt werden, über die Jahrzehnte nicht geringer geworden sind. Es ist geradezu eine Flut von globalen Themen und Problemen losgebrochen, zu denen es weder Erfahrungen noch Patentlösungen gibt. Die Politik soll es regeln. Sie soll Flughäfen bauen, Klimakrise eindämmen, Flüchtlingsströme in den Griff kriegen, die Digitalisierung sinnig vorantreiben, die e-Mobilität fördern und jetzt auch noch Lockerungsmaßnahmen in der Virusfalle treffen, wo völlig offen ist, welche Konsequenzen diese in 14 Tagen oder 3 Wochen zeitigen werden. Irre, oder nicht?

Wenn wir uns vorstellen, dass diese Politiker dann auch noch ständig Scheinwerfer, Kameras und Mikrofone im Gesicht haben, scheint uns desto bewundernswerter, wenn die bundesdeutsche Politik derzeit wie lange nicht mehr von einer Mehrheit der Bevölkerung unterstützt und akzeptiert wird. Wenn sie den Rat der Wissenschaft hört und sucht, ist das nachvollziehbar und in Ordnung. Angeblich übrigens in krassem Gegensatz zu Herrn Kurz in Österreich, der nonchalant, frei nach Schnauze und ebenfalls gestützt auf eine Mehrheit in der Bevölkerung operiert. Wohl, weil es eben … siehe oben … keine Patentrezepte fürs Vertreiben des Virus gibt. Und … in Grenzen … experimentiert werden muss. Nonchalant oder … mittelmäßig.

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Wir treten zurück

Angesichts der politischen Kalamitäten in Thüringen ist wieder einmal Weltuntergangsstimmung angesagt. Was Gertrude (29) und ich absolut supi finden. Auch wir kämpfen immer wieder mit melancholischen Anflügen. Dämme sind gebrochen. Führungspersonal sollte seinen Hut nehmen. Kopf ab! Brandwände wackeln. Schuldige werden gesucht und gefunden.

Gertrude und ich haben uns schon einmal vor- und fürsorglich in unserem Bekanntenkreis umgehört, wer denn notfalls in die Politik einsteigen würde, um es besser zu machen als Lindner, Karrenbichler und Co.. Aber wir finden niemanden.

Wir beide selbst haben uns seit Monaten vorgenommen, unsere Briefmarken zu sortieren und Kraulen und Gitarrespielen zu lernen. Wir haben also auch keine rechte Zeit. Und so bleibt es bis auf Widerruf bei unserer Empfehlung, dass Politikerelite, Presse und Öffentlichkeit endlich zu Verstand kommen, damit beginnen sollten, aus Erfahrungen zu lernen und auf der Suche nach der Schuld bei sich selbst anzufangen, anstatt den Untergang der Welt herbeizuquatschen und permanent neue unsägliche Streits und Diskussionen vom Zaun zu brechen.

Eigentlich simpel, aber warten wirs mal ab! Warum hört uns denn keiner?

 

Wir gehen in die Politik

Gertrude (29) und ich haben uns entschieden: Wir packen mit an und gehen jetzt selbst in die Politik. Hinsichtlich unserer künftigen Parteizugehörigkeit haben wir uns allerdings noch nicht festgelegt. Die Besucherinnen und Besucher unserer Website werden das selbstverständlich als erste erfahren.

Ausschlaggebend für unseren Entschluss waren zahllose Diskussionen mit Freunden und Bekannten in letzter Zeit. Ausnahmslos alle meckern ausdauernd über unsere schwachen Politiker. Danach sind Gertrude (29) und ich felsenfest davon überzeugt, dass sich alle Schieflagen dieser Welt schlagartig abstellen werden, wenn wir in die Dinge eingreifen. Ein paar Kehrtwendungen, und die Welt wird eine andere sein.

Als Grundprinzipien werden wir die Gedanken einbringen, die unser Bekanntenkreis entwickelt hat. Unsere Freunde sind allesamt der Überzeugung, dass wir damit tausend Mal richtiger liegen als alle derzeitigen Politiker dieser Welt zusammen.

Ich musste Gertrude (29) mit Engelszungen überreden. Sie meint im Kern, dass unsere Freunde und Bekannten besser ihr politisches Gequatsche und die Kritik an der Politik sein lassen sollten als sich größenwahnlich einmengen zu wollen. Schaun wir mal.

Ein wenig unsicher bin ich mir imgrunde auch noch.

(Foto: Focus 23/2019)

Populismus allerorten?

Was die Partei und was Deutschland von den neuen Vorsitzenden der SPD zu erwarten haben, wird sich zeigen. Als politische Bundesdurchschnittsbürger maßen Gertrude (29) und ich allerdings Mut, dass auch bei dieser unsäglichen Wahl wieder einmal Populismus gesiegt hat. Wie das überhaupt in Mode gekommen ist.

Kernargument von Frau Esken und Herrn Walter-Borjans ist ganz sicher gewesen, dass die Dinge anders werden müssen. Was ebenso platt war wie erfolgversprechend. Nachträglich betrachtet – und dann ist man bekanntlich immer schlauer – hätten sie dafür auch 100 statt nur 53% der Stimmen kriegen können. Wer will nicht Änderung? Wo auch immer!

An den großen Wurf für Deutschland können wir also noch nicht ohne Weiteres glauben. Das wird sich erst mit der Zeit erweisen. Über Try and Error sprachen wir hier schon einmal.

Zumindest unterhaltsam fanden wir eine Bemerkung in der NZZ, dass Herr Borjans in der Schweiz mindestens so bekannt ist wie in Deutschland :). Und das ist doch schon mal was!

Foto: Focus 23/2019

Die schaffen das

Gertrude (29) und ich lesen im Wesentlichen BILD und Kicker; und wir gucken Pilcher. Von Politik haben wir keine Ahnung. Aber ein undefinables Gefühl.

Nach unserer Meinung schafft sich die Menschheit über kurz oder lang selber ab. Was aber nicht bedeuten sollte, dass wir uns verbleibende Etappen bis dahin vorsorglich gleich mit vermiesen. Insofern freut uns der Leitartikel im Berliner Tagesspiegel, den wir eben zufällig im Wartezimmer vom Zahnarzt entdecken.

Ist die Flasche Groko halb voll oder halb leer? Wo die Koalition noch zumal eine Vernunft- oder gar eine Zwangsehe ist, und es keine anderen Alternativen gab. Was wird über die Groko gequatscht und geschimpft? Was lassen sich die Politiker dadurch selbst mit anstecken? Und warum sollen die nun heute Schluss miteinander machen, wo die Regierung unseres bescheidenen Wissens ursprünglich für 4 Jahre “gewählt” worden ist? Die schaffen das. Und zwar besser als jede andere Alternative, die wir derzeit kaum sehen.

Gertrude (29) und ich haben uns verordnet, uns um etwas mehr Gelassenheit zu bemühen. Hören wir allerdings das destruktive, immer wieder gleiche sinnlose Gesülze über unsere deutsche Politik, kriegen wir sooooooo einen Hals!

Es ist wie beim Fußball, nur umgekehrt: Es wird mehr gepfiffen als gejubelt. Und den Zuschauern möchte man zurufen, doch am besten selbst auf den Platz herunterzusteigen und die nötigen Tore zu schießen.

(Foto: Focus 23/2019)

Die ordnende Hand

Unser Blog ist bekanntlich auch angetreten, um sich zumindest um einen kleinen Beitrag zur Verbesserung unserer Welt zu bemühen. Wir versuchen, aus unserer beschränkten Sicht Schwachstellen und Zusammenhänge dahinter aufzudecken. Und landen bislang immer wieder bei der Einsicht, dass nur die Politik Änderung bringen kann. Aber wie soll sie?

Die ordnende Hand wird gesucht, was wir jetzt auch mal im Detailfall probiert haben. Als es einmal mehr um unsere ständig blockierte öffentliche Ladestation für Elektroautos ging. Wir haben uns dazu schon diverse Male eingelassen. Den vierten Tag hintereinander belegt ein Leihauto aus dem Hause SIXT die öffentliche Ladedose bei uns um die Ecke. Was echt nicht im Sinne des Erfinders ist.

Zwecks Abhilfe haben wir zunächst unseren Berliner Polizeiabschnitt kontaktiert, der sich allerdings für unzuständig erklärte und uns ans Ordnungsamt verwies. Von dort erhalten wir soeben eine fehlerstrotzende Mail, nach der wir uns an den Polizeiabschnitt oder das Bürgertelefon wenden mögen. Das Bürgertelefon haben wir angerufen und ausführlich informiert. Man wollte uns weiterverbinden. Hat man aber nicht.

Jetzt haben wir an die zuständige Berliner Redaktion der BILD-Zeitung geschrieben. Sollte man sich auch dort abducken, bieten wir uns an, ab sofort ehrenamtlich in jeder Art Berliner Verwaltung mitzuarbeiten und vor Ort, eigenhändig und praxisnah den Dingen auf den Grund zu gehen.

Vielleicht hat der Berliner Tagesspiegel recht, dass massenhaft Ehrenamtliche an die Seite der Politik treten müssen. Auch hier engagieren wir uns gern. Wer noch? Und wo?

Der ideale Politiker

Unsere treuen Leser und Besucher wissen, dass wir uns hier maßgeblich auch der anspruchsvollen Aufgabe widmen, Beiträge zur Verbesserung unserer vielerorts ins Wanken kommenden Welt zu elaborieren. Wir sehen insbesondere die Politik in der Pflicht. Wie kann sie gleichermaßen Vertrauen der Wähler (zurück-) gewinnen und die Ordnungsfunktion erfüllen, die doch offensichtlich nur ihr in unserer heutigen Welt zufällt?

Irgendwo sind wir dieser Tage über die Einschätzung von Armin Laschet (Ministerpräsident, CDU) gestolpert, der das Erfolgsrezept von Herrn Kurz in Österreich darin sieht, dass er im gerade erfolgreich geführten Wahlkampf nicht den Gegner verunglimpft, sondern ausdauernd für und mit seine(n) eigenen Einsichten und Argumente(n) geworben habe.

Diese Beobachtung elektrisiert uns geradezu. Nehmen wir die Politik in Deutschland. Warum machen sich die Parteien selbst und vor allem gegenseitig ausdauernd … zur Sau? Anstatt akribisch an der eigenen Position zu feilen und ein nachvollziehbares Bild davon zum Wählervolk herüberzubringen und zur Abstimmung zu stellen? Während gegenseitige Miesmacherei Vertrauen in jegliche Politik erschüttert und durchsetzungsfähige Mehrheiten verhindert.

Als Beispiel und Beleg möchten wir einmal eine übliche Fernsehdiskussion nehmen, in der sich Politiker der einschlägigen Parteien gegenseitig beharken und zerpflücken. Was mit Sicherheit der Unterhaltung dient, den schnittlichen Zuschauer aber ausnahmslos ratlos zurücklässt. Keiner gewinnt. Niemand wird überzeugt. Und würden Gertrude (29) und ich nicht gefestigt in uns ruhen, würden wir ebenfalls nicht oder falsch wählen. So isses nun mal, liebe Politiker; und liebe Journalisten und Fernsehschaffende!!

Übrigens ist auch der sachliche Nährwert solcher Talkshows weit überwiegend beschränkt. Man erfährt, dass man ein Thema so oder auch so sehen kann. Und meistens ist man nach Genuss der Sendung so schlau als wie zuvor.

Ob ansonsten ausgerechnet Herr Kurz das ideale Vorbild für den deutschen Politiker ist, möchten wir mangels Durchblick nicht beurteilen. Wir sind allerdings sehr wohl der Ansicht, dass starke und mehr oder weniger verlässliche und seriöse Volksparteien Deutschland jahrzehntelang nicht geschadet haben und auch weiterhin guttun würden. Besser als jede Koalition mit 2 oder mehr Parteien.

(Auf die Behauptung, dass heutzutage der Politiker am sichersten gewinnt, der am spektakulärsten polarisiert, möchten wir hier nicht eingehen. Gottseidank scheinen wir in Deutschland noch ein Stück ab davon.)

(Foto: Focus-Titelblatt, 23/2019)

Aufgeblasen

Wenn wir unsere diversen Beiträge der letzten Zeit einmal überfliegen, müssen wir unser subjektives Fazit dahingehend ziehen, dass in Deutschland derzeit allerorten ein wenig die Luft heraus ist. In der Politik, in der Industrie, e-Mobilität, Internetzugriff, Lehrer, Pflegeeinrichtungen und aktuell auch im Sport, was zuletzt Fußball und bei der WM Basketball betrifft.

In anderen Ländern scheint es zumindest partiell besser. Sind Politclowns (übrigens interessanter Weise alles rechte) effektiver als unsere biederen deutschen Politiker? Man überholt uns überall, oder doch nicht? Ist die deutsche Politik an allem schuld? Sind Denkzettel, Wahlenthaltung und Abwahl der Volksparteien das richtige Rezept? Hasstiraden oder Miesmacherei? Wo kann man sich einbringen, wenn sich zumindest Details verändern sollen? Wie kriegen wir die diversen Bälle wieder aufgeblasen?

In unserem Umfeld hören wir unendlich viele, die genauso ticken wie wir. Wo kann man anpacken? Neue Partei gründen????? Nachmeldung von Interesse für die Mitarbeit im Vorstand der SPD??? Die zündende Idee ist bislang noch nicht gekommen.