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Wir gehen in die Politik

Gertrude (29) und ich haben uns entschieden: Wir packen mit an und gehen jetzt selbst in die Politik. Hinsichtlich unserer künftigen Parteizugehörigkeit haben wir uns allerdings noch nicht festgelegt. Die Besucherinnen und Besucher unserer Website werden das selbstverständlich als erste erfahren.

Ausschlaggebend für unseren Entschluss waren zahllose Diskussionen mit Freunden und Bekannten in letzter Zeit. Ausnahmslos alle meckern ausdauernd über unsere schwachen Politiker. Danach sind Gertrude (29) und ich felsenfest davon überzeugt, dass sich alle Schieflagen dieser Welt schlagartig abstellen werden, wenn wir in die Dinge eingreifen. Ein paar Kehrtwendungen, und die Welt wird eine andere sein.

Als Grundprinzipien werden wir die Gedanken einbringen, die unser Bekanntenkreis entwickelt hat. Unsere Freunde sind allesamt der Überzeugung, dass wir damit tausend Mal richtiger liegen als alle derzeitigen Politiker dieser Welt zusammen.

Ich musste Gertrude (29) mit Engelszungen überreden. Sie meint im Kern, dass unsere Freunde und Bekannten besser ihr politisches Gequatsche und die Kritik an der Politik sein lassen sollten als sich größenwahnlich einmengen zu wollen. Schaun wir mal.

Ein wenig unsicher bin ich mir imgrunde auch noch.

(Foto: Focus 23/2019)

Populismus allerorten?

Was die Partei und was Deutschland von den neuen Vorsitzenden der SPD zu erwarten haben, wird sich zeigen. Als politische Bundesdurchschnittsbürger maßen Gertrude (29) und ich allerdings Mut, dass auch bei dieser unsäglichen Wahl wieder einmal Populismus gesiegt hat. Wie das überhaupt in Mode gekommen ist.

Kernargument von Frau Esken und Herrn Walter-Borjans ist ganz sicher gewesen, dass die Dinge anders werden müssen. Was ebenso platt war wie erfolgversprechend. Nachträglich betrachtet – und dann ist man bekanntlich immer schlauer – hätten sie dafür auch 100 statt nur 53% der Stimmen kriegen können. Wer will nicht Änderung? Wo auch immer!

An den großen Wurf für Deutschland können wir also noch nicht ohne Weiteres glauben. Das wird sich erst mit der Zeit erweisen. Über Try and Error sprachen wir hier schon einmal.

Zumindest unterhaltsam fanden wir eine Bemerkung in der NZZ, dass Herr Borjans in der Schweiz mindestens so bekannt ist wie in Deutschland :). Und das ist doch schon mal was!

Foto: Focus 23/2019

Die schaffen das

Gertrude (29) und ich lesen im Wesentlichen BILD und Kicker; und wir gucken Pilcher. Von Politik haben wir keine Ahnung. Aber ein undefinables Gefühl.

Nach unserer Meinung schafft sich die Menschheit über kurz oder lang selber ab. Was aber nicht bedeuten sollte, dass wir uns verbleibende Etappen bis dahin vorsorglich gleich mit vermiesen. Insofern freut uns der Leitartikel im Berliner Tagesspiegel, den wir eben zufällig im Wartezimmer vom Zahnarzt entdecken.

Ist die Flasche Groko halb voll oder halb leer? Wo die Koalition noch zumal eine Vernunft- oder gar eine Zwangsehe ist, und es keine anderen Alternativen gab. Was wird über die Groko gequatscht und geschimpft? Was lassen sich die Politiker dadurch selbst mit anstecken? Und warum sollen die nun heute Schluss miteinander machen, wo die Regierung unseres bescheidenen Wissens ursprünglich für 4 Jahre “gewählt” worden ist? Die schaffen das. Und zwar besser als jede andere Alternative, die wir derzeit kaum sehen.

Gertrude (29) und ich haben uns verordnet, uns um etwas mehr Gelassenheit zu bemühen. Hören wir allerdings das destruktive, immer wieder gleiche sinnlose Gesülze über unsere deutsche Politik, kriegen wir sooooooo einen Hals!

Es ist wie beim Fußball, nur umgekehrt: Es wird mehr gepfiffen als gejubelt. Und den Zuschauern möchte man zurufen, doch am besten selbst auf den Platz herunterzusteigen und die nötigen Tore zu schießen.

(Foto: Focus 23/2019)

Die ordnende Hand

Unser Blog ist bekanntlich auch angetreten, um sich zumindest um einen kleinen Beitrag zur Verbesserung unserer Welt zu bemühen. Wir versuchen, aus unserer beschränkten Sicht Schwachstellen und Zusammenhänge dahinter aufzudecken. Und landen bislang immer wieder bei der Einsicht, dass nur die Politik Änderung bringen kann. Aber wie soll sie?

Die ordnende Hand wird gesucht, was wir jetzt auch mal im Detailfall probiert haben. Als es einmal mehr um unsere ständig blockierte öffentliche Ladestation für Elektroautos ging. Wir haben uns dazu schon diverse Male eingelassen. Den vierten Tag hintereinander belegt ein Leihauto aus dem Hause SIXT die öffentliche Ladedose bei uns um die Ecke. Was echt nicht im Sinne des Erfinders ist.

Zwecks Abhilfe haben wir zunächst unseren Berliner Polizeiabschnitt kontaktiert, der sich allerdings für unzuständig erklärte und uns ans Ordnungsamt verwies. Von dort erhalten wir soeben eine fehlerstrotzende Mail, nach der wir uns an den Polizeiabschnitt oder das Bürgertelefon wenden mögen. Das Bürgertelefon haben wir angerufen und ausführlich informiert. Man wollte uns weiterverbinden. Hat man aber nicht.

Jetzt haben wir an die zuständige Berliner Redaktion der BILD-Zeitung geschrieben. Sollte man sich auch dort abducken, bieten wir uns an, ab sofort ehrenamtlich in jeder Art Berliner Verwaltung mitzuarbeiten und vor Ort, eigenhändig und praxisnah den Dingen auf den Grund zu gehen.

Vielleicht hat der Berliner Tagesspiegel recht, dass massenhaft Ehrenamtliche an die Seite der Politik treten müssen. Auch hier engagieren wir uns gern. Wer noch? Und wo?

Der ideale Politiker

Unsere treuen Leser und Besucher wissen, dass wir uns hier maßgeblich auch der anspruchsvollen Aufgabe widmen, Beiträge zur Verbesserung unserer vielerorts ins Wanken kommenden Welt zu elaborieren. Wir sehen insbesondere die Politik in der Pflicht. Wie kann sie gleichermaßen Vertrauen der Wähler (zurück-) gewinnen und die Ordnungsfunktion erfüllen, die doch offensichtlich nur ihr in unserer heutigen Welt zufällt?

Irgendwo sind wir dieser Tage über die Einschätzung von Armin Laschet (Ministerpräsident, CDU) gestolpert, der das Erfolgsrezept von Herrn Kurz in Österreich darin sieht, dass er im gerade erfolgreich geführten Wahlkampf nicht den Gegner verunglimpft, sondern ausdauernd für und mit seine(n) eigenen Einsichten und Argumente(n) geworben habe.

Diese Beobachtung elektrisiert uns geradezu. Nehmen wir die Politik in Deutschland. Warum machen sich die Parteien selbst und vor allem gegenseitig ausdauernd … zur Sau? Anstatt akribisch an der eigenen Position zu feilen und ein nachvollziehbares Bild davon zum Wählervolk herüberzubringen und zur Abstimmung zu stellen? Während gegenseitige Miesmacherei Vertrauen in jegliche Politik erschüttert und durchsetzungsfähige Mehrheiten verhindert.

Als Beispiel und Beleg möchten wir einmal eine übliche Fernsehdiskussion nehmen, in der sich Politiker der einschlägigen Parteien gegenseitig beharken und zerpflücken. Was mit Sicherheit der Unterhaltung dient, den schnittlichen Zuschauer aber ausnahmslos ratlos zurücklässt. Keiner gewinnt. Niemand wird überzeugt. Und würden Gertrude (29) und ich nicht gefestigt in uns ruhen, würden wir ebenfalls nicht oder falsch wählen. So isses nun mal, liebe Politiker; und liebe Journalisten und Fernsehschaffende!!

Übrigens ist auch der sachliche Nährwert solcher Talkshows weit überwiegend beschränkt. Man erfährt, dass man ein Thema so oder auch so sehen kann. Und meistens ist man nach Genuss der Sendung so schlau als wie zuvor.

Ob ansonsten ausgerechnet Herr Kurz das ideale Vorbild für den deutschen Politiker ist, möchten wir mangels Durchblick nicht beurteilen. Wir sind allerdings sehr wohl der Ansicht, dass starke und mehr oder weniger verlässliche und seriöse Volksparteien Deutschland jahrzehntelang nicht geschadet haben und auch weiterhin guttun würden. Besser als jede Koalition mit 2 oder mehr Parteien.

(Auf die Behauptung, dass heutzutage der Politiker am sichersten gewinnt, der am spektakulärsten polarisiert, möchten wir hier nicht eingehen. Gottseidank scheinen wir in Deutschland noch ein Stück ab davon.)

(Foto: Focus-Titelblatt, 23/2019)

Aufgeblasen

Wenn wir unsere diversen Beiträge der letzten Zeit einmal überfliegen, müssen wir unser subjektives Fazit dahingehend ziehen, dass in Deutschland derzeit allerorten ein wenig die Luft heraus ist. In der Politik, in der Industrie, e-Mobilität, Internetzugriff, Lehrer, Pflegeeinrichtungen und aktuell auch im Sport, was zuletzt Fußball und bei der WM Basketball betrifft.

In anderen Ländern scheint es zumindest partiell besser. Sind Politclowns (übrigens interessanter Weise alles rechte) effektiver als unsere biederen deutschen Politiker? Man überholt uns überall, oder doch nicht? Ist die deutsche Politik an allem schuld? Sind Denkzettel, Wahlenthaltung und Abwahl der Volksparteien das richtige Rezept? Hasstiraden oder Miesmacherei? Wo kann man sich einbringen, wenn sich zumindest Details verändern sollen? Wie kriegen wir die diversen Bälle wieder aufgeblasen?

In unserem Umfeld hören wir unendlich viele, die genauso ticken wie wir. Wo kann man anpacken? Neue Partei gründen????? Nachmeldung von Interesse für die Mitarbeit im Vorstand der SPD??? Die zündende Idee ist bislang noch nicht gekommen.

 

Mietendeckel

Die aktuelle Berliner Politik erinnert uns irgendwie an unsere Jugendzeit. Wir mögen 14 oder 15 gewesen sein. Und unsere Eltern legten größten Wert darauf, dass wir den Bundeskanzler, den Bundespräsidenten, die Minister und möglichst auch den Regierenden Bürgermeister und seine Berliner Senatoren möglichst lückenlos namentlich aufzählen konnten.

Über die Jahrzehnte sind wir dann irgendwie vergesslicher geworden; oder das Ganze spielt nicht mehr die Rolle. Jedenfalls wollen wir etwas dagegen tun. Und wir deklinieren die Sache einmal durch.

Mit der Bundeskanzlerin und Herrn Steinmeyer haben wir keine Schwierigkeiten. Mindestens 6 Bundesminister sind auch noch keine Hürde. Herr Müller regiert in Berlin. Und dieser umgibt sich unseres Wissens mit 10 Senatoren, von denen uns 7 Namen ohne Probleme über die Lippen kommen. Nicht schlecht, oder?

Hiermit fragen wir die Besucher und Leser unsere Website, ob sie mehr draufhaben. Außer den Mietendeckel von Frau Lompscher.

Franziska und Niels (5)

Als junge Sportfrenetiker haben wir uns natürlich schon jede Menge Tickets für das Saisonvorvoreröffnungsspiel von Alba gegen Braunschweig in Oranienburg besorgt. Und dann schließt sich der Kreis auch wieder. Haben wir Giffey doch lange genug in der Halle vermissen müssen.

Hertha und Union sind mit unterschiedlichem Erfolg wieder auf Achse. Alba und Giffey starten ligamäßig Anfang Oktober. Und dann auch mit europäischen Gegnern, die diebische Vorfreude wecken. Nun aber zur Franziska und Niels.

Eigentlich kennen wir beide nicht. Aber sie springen uns ins Auge. Der eine im wahrsten Sinne des Wortes. Als Basketballer. Während Franziska überall ist, wo man hinkommt. Wie in der Story vom Hasen und dem Igel. Unsere Familienministerin ist ohne Zweifel allgegenwärtig.

Wir haben mit den Sozialen Medien wenig zu tun. Aber wenn wir versehentlich einmal auf den falschen Knopf drücken, erscheint Frau Giffey. Am PC und auf dem Fernseher. Public Relations waren eher immer schwache Seite von uns. Desto begeisterter sind wir davon, was Franziska unermüdlich auf Facebook – und sicher auch andernorts – leistet.

Auch ihre politische Gesinnung kennen wir eigentlich nicht näher. Rein optisch macht sie aber allemal mehr her als Schnulze-Gümbel, Schwan und Christian, der nicht-schlecht-regieren-Wollende. Wie Harbeck und Baerbock. Denken wir mal. Vielleicht sehen so unsere bundesdeutschen Regierenden der Zukunft aus. Oder nicht?

Wir kommen kürzlich noch einmal darauf zurück. Auch auf Neffe Niels, der uns als Spielerpersönlichkeit bei Alba genauso gefällt. Wenn uns nix Anderes zuvorkommt.

Infantilisierung der Politik

Wir haben uns wieder einmal beim Berliner Tagesspiegel bedient. Im Leitartikel vom 23. Juli 2019, Seite 1. Alexander Boris de Pfeffel Johnson. Nomen est Omen. “Boris und sein Traum.”

Der Tagesspiegel nimmt vorweg, dass die Mehrheit der 160.000 Parteimitglieder Johnson den Premier eher zutrauen als seinem eher trockenen Konkurrenten Hunt. Das große Kino, das Johnson dem Publikum biete, sei auch Ausdruck einer zunehmenden “Infantilisierung im Politikbetrieb”. Die neu aufgeflammte Liebe zwischen den Konservativen und Johnson sage viel aus über den Zustand der britischen Politik.

Als gemeine Politikkonsumenten in Deutschland sind wir fast geneigt zu fragen, warum uns diese Woge aus offensichtlichem politischen Kasperletheater wie in England, Amerika, Ukraine, Italien usw. etc. noch nicht erreicht hat. Einen Trump oder einen Johnson in der deutschen Politik können wir uns zumindest bislang kaum vorstellen.

Gertrude (29) und ich leugnen nicht, dass wir heute mehr als früher auf die Personen und Kandidaten sehen, bevor wir zur Wahlurne gehen. Und dass charismatische Köpfe in den ersten Reihen unserer Parteien relativ dünn gesät scheinen; was uns die Sache schwer macht. Deutsche Folge ist also eher die Parteienzersplitterung; Hoffnungsträger in der zweiten Reihe oder anderswo sind offenbar nicht im Anmarsch. Immerhin sind uns Clowns, Schauspieler und durchsichtige Selbstdarsteller bis heute erspart geblieben. Stattdessen wählt eine andere Partei, wer mit den bisherigen Volksvertretern unzufrieden ist.

Was also ist das geringere Übel oder die größere Chance für Veränderungen, Stimmenverlust bei den Volksparteien oder Politikneulinge an der Spitze des Staates oder … Infantilisierung? Wandel tut sicher Not; aber in welche Richtung?