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Gertrude (29) und ich jubeln

 

Gertrude (29) und ich jubeln. Die Restaurants öffnen wieder. In unserem fortgeschrittenen Alter haben wir wenig zu tun. Unsere hauptamtliche Mission ist es, Restaurants zu testen. Wir lagen brach. Jetzt geht es endlich wieder los. Einige Institute haben wir schon auf dem Kieker.

(Fortsetzung folgt in aller Kürze)

Neueröffnung

Als langjährige Gastronomietester faszinieren Gertrude (29) und mich speziell Restaurant-Neueröffnungen. Wie wird ein Projekt geplant, wie entwickelt und wie siehts dann in der Umsetzung aus.

Ganz aktuell freuen wir uns, wenn dieser Tage die “Trattoria La Passione” in Berlin-Schmargendorf ans Netz geht. Sicher mit sehr viel Leidenschaft! Wir drücken den Betreibern alle Daumen. Und werden dort natürlich gleich einmal einen Tisch zwecks Erstbesuch reservieren.

Dudu

Der Name des Restaurants in der Berliner Bleibtreustraße ist keine Warnung an die Adresse von unartigen Kleinkindern, sondern – wie wir eigentlich erst jetzt assoziieren – Ankündigung, dass hier jeder ohne Rücksicht aufs Alter freundschaftlich-flockig geduzt wird. Was uns gestern einmal mehr durchaus angenehm aufgestoßen ist. Und wir duzen dann natürlich fröhlich zurück.

Wer in einem der westlichen Berliner Bezirke domiziliert oder zu tun hat, kann hier unserer Meinung nach getrost und risikolos einfallen und einen gepflegten Imbiss aus der Asian-Fusion-Küche zu sich nehmen. Letztlich dauert’s üblicherweise nicht länger als eine halbe oder dreiviertel Stunde. Besonders, wenn’s mal leerer ist, merkt man, dass das Institut inzwischen schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Sonst verkürzt lebhaftes und teils lautes Treiben die ohnehin kaum beachtliche Wartezeit. Und was dann in Form von Sushis oder einigen ausgewählten Gerichten appetitlich auf den Tisch kommt, hat Hand und Fuß.

Wir bevorzugen, wann immer wir hier einmal einkehren, gegrillten Lachs (Foto), Kürbis Hokkaido und/oder Teigtaschen. Und enttäuscht wurden wir noch nie.

 

 

Trattoria Piazza Siciliana

Hier mal ein Tipp für alle, die in Berlin-Zehlendorf und Umgebung residieren: Die Trattoria Piazza Siciliana. Wir waren gestern, Sonntagnachmittag gegen 15 Uhr zu fünft dort. Das Restaurant war knüppeldickevoll und wir alle 5 ausnahmslos begeistert.

Zugegebenermaßen sind für uns freundliche Gesichter der Servicemannschaft halbe Miete und positives Erkennungsmerkmal zugleich. Die guten Leutchen hatten allesamt schwer zu tun und signalisierten uns desto mehr, dass auch wir herzlich willkommen waren.

Wir waren gekommen, um gut italienisch zu essen und nicht, um 4 Stunden lang mit einem 5-Gänge-Menü zu ringen; und hier waren wir genau an der richtigen Stelle. Die Speisekarte gab keinerlei Rätsel auf. Jeder bekam, was und wie er sich das vorgestellt hatte. Zügig und also ohne erwähnenswerte Wartezeiten.

Einer kriegte Fisch, einer Fleisch, einmal Pizza, einmal Pasta und unsere kleine Enkelin Lore (6) ihr Wiener Schnitzel. Pommes gab es nicht. Dafür war der von uns jenseits der Karte georderte Tomatensalat mit Zwiebeln (unser Lieblingsgericht) ein Gedicht. Und geradezu eine Offenbarung die Muscheln von der Insel Romo, entweder mit Tomate oder mit Weißwein. Haben wir selbst auf Romo noch nie so lecker auf dem Teller gehabt.

Unsere Zeche wollte der Wirt freundlicherweise noch dem Nachbartisch anhängen, was aber leider nicht klappte. Unser Teil wurde also aus der Gemeinschaftsrechnung herausdividiert und ergab dann eine gut bezahlbare, faire Endsumme. Wir kommen gern wieder.

Cassambalis und Alter Krug

Wir möchten hier einmal “Cassambalis” und “Alter Krug” zu unseren absoluten Berliner Restaurants des Monats Dezember 2019 küren. Alteingesessene Institutionen natürlich; aber wir haben unsere triftigen Gründe.

Langjährige Abonnenten, Leser und Besucherinnen unserer Website wissen, dass Gertrude (29) und ich ausgewiesen hochdekorierte Kenner der Berliner Gastronomie sind. Seit mehr als 4 Jahrzehnten suchen wir mit einem Stamm von 14 Pärchen allmonatlich mindestens 1 Restaurant in Berlin und Umgebung heim, um zu genießen, uns über die gastronomische Vielfalt in Berlin zu freuen und unsere Meinungen und Erfahrungen auszutauschen. Zumindest als Gruppe könnten wir damit reihenweise Bücher füllen.

Auch zu zweit bzw. viert haben wir in diesen Vorweihnachtstagen die Gastronomie unsicher gemacht, soweit sie denn geöffnet hatte! Teils hatte sie nicht, was sicher keiner übel nimmt. Teils hatte sie, nur keine Lust, worauf wir wieder gegangen sind. Und drittenteils waren wir echt begeistert.

Speisekarten und Qualität derselben kennen wir bei beiden Instituten seit gelebten … 30 Jahren, worum es uns hier aber gar nicht geht. Vielmehr waren wir von der Freundlichkeit und dem Einsatz des Services angetan, wobei Cassambalis und Alter Krug sicherlich eine oberstressige Vorweihnachtszeit in den Knochen haben. Was den Alten Krug anbelangt, knackte der Laden am Freitagabend geradezu noch einmal aus allen Nähten. Trotzdem aufmerksamste Bedienung, obwohl man sicherlich auf dem Zahnfleisch lief. Weniger am gestrigen Montagnachmittag der Traffic im Cassambalis. Dafür hatten wir das Empfinden, dass sich die gesamte Belegschaft nur um uns kümmerte.

Zugegebenermaßen vergleichen wir beides mit den zwei Etablissements, die wir gestern zuvor fluchtartig verlassen hatten. Desto mehr Komplimente also Mitarbeitern und Betreibern unserer zwei Favoriten! Beides hochprofessionell und absolute Spitze!

(Foto: Kebab im Cassambalis)

 

Nummernsalat

Wir waren gestern beim Asiaten. Niemand sprach deutsch. Wir sollten bitte die Nummern von der Speisekarte nennen.

Wir wollten uns eigentlich nur aufwärmen und wunderten uns zunehmend, warum man für unsere beiden Wan-Tan-Suppen 40 Minuten und mehr brauchte. Kriegte man die Dose nicht auf?

Wir hatten ausdrücklich „234“ gesagt. Was uns dann endlich aufgetischt wurde, war die 432, vierzig Sushis für jeden.

Gertrude (29) isst zu jeder Mahlzeit üblicherweise eine halbe Scheibe Brot und ein Salatblatt. Nach 72 Sushis hatte ich gestrichen die Nase voll. Sicherlich hatte man sich in der Küche endlos Mühe gegeben. Aber, was zu viel ist, ist zu viel.

Wir versuchten abschließend, der Bedienung kurz noch einmal den Unterschied zwischen 234 und 432 nahezubringen, um uns dann gesättigt zu verabschieden.

 

Strandgut

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Scampo

In geselliger Runde fragte ein Tischnachbar beim Italiener um die Ecke, ob er auch einmal einen Scampi probieren dürfte. Es entspann sich eine heiße Diskussion um Singular und Plural von Scampi, die erst nach Googlen im Handy beendet werden konnte. Das bei uns sonst eigentlich vom Tisch verbannt ist. Gertrude (29) ist stricte dagegen.

Einschlägiger Beitrag folgt kürzlich …

(Wie wir soeben erschrocken bemerken, haben wir die Auflösung in obiger Angelegenheit noch verabsäumt. Also: Singular von “Scampi” ist offenbar tatsächlich “Scampo”, was uns allerdings nur schwerstens über die Lippen kömmt. Und so werden wir bei nächsten Restaurantbesuch entweder gänzlich auf Bestellung von Krabben verzichten oder effektive mehrere in Auftrag geben. Scampi eben.)

Kartoffeln und Schlagsahne

Was wir in der Gastronomie partout nicht leiden können, sind conveniente Kartoffeln und Schlagsahne aus der Tube.

Der Kartoffel auf unserem obigen Foto kann man geradezu ansehen, dass sie sich nicht wohlfühlt. Aus ihrer Haut geschlüpft ist sie wahrscheinlich schon lange. Maschinell enthäutet. Von ungesunder, weißer Färbung, geschmacklos und exakt genau so, wie im Imbissladen eine Ecke weiter. Eine wie die andere.

An weniger prominenter Stelle, aber mindestens ebenso leidig die Tubensahne auf Eis und Dessert am Ende der Menükarte.

(Weitere Details in Kürze)

Nordic Cuisine, NOMA und e-Roller

Als langjährige hauptamtliche Restaurantkritiker waren Gertrud (29) und ich wieder einmal beruflich unterwegs. Wir haben in Stockholm und Kopenhagen speziell renommierte Fischrestaurants unter die Lupe genommen. Unseren nachfolgenden Bericht halten wir bewusst grob und allgemein. Zuschriften und Nachfragen nach Details werden wir jederzeit gern und postwendend beantworten.

Grundsätzlich haben wir so viele Anregungen und Eindrücke gesammelt, dass wir nunmehr selbst ein maritimes Etablissement in Berlin eröffnen wollen. Liebe Berliner Gastronomen, zieht Euch warm an! Wobei wir nicht recht sagen könnten, ob es an unserem immer noch unzureichenden Überblick oder daran liegt, dass sich in skandinavischen Gewässern so viel mehr Fische als im Wannsee tummeln, dass uns ein auch nur annähernd bemerkenswertes Restaurant wie bei unseren skandinavischen Nachbarn in Berlin bislang eben noch nicht untergekommen ist.

Wollten wir Stockholm und Kopenhagen gastronomisch vergleichen, würden wir als biedere Konsumenten Stockholm vorziehen. Die Portionen waren bürgerlich-größer, weniger Experimente, beste Qualität, flockiger Service und ein sicher anspruchsvolles Publikum von Jung bis Alt; alle drei Restaurants platzten vor Betriebsamkeit geradezu aus den Nähten.

Was wir am ersten Abend in Kopenhagen erlebt haben, hat uns ganz anders, aber zunächst ebenso begeistert. Fast konservativ-klassisches, bürgerliches Ambiente, dafür aber winzigste, kunstvoll drapierte Gerichte, langes Erklären der Kompositionen und regionalen Ingredienzien, ungewohnte Gewürze und Beilagen, Experimente und also wohl das, was sich New Nordic Cuisine nennt. Dabei ein fast biederes, unauffälliges Publikum. Von Menükarte und beflissenem Personal suggeriert wurde, dass man am besten mit dem Menü zu 85 Euro und passenden Weinen dazu für weitere 85 Euro pro Person bedient sei. Wir haben uns zurückgehalten, um abschließend auch noch Geld für die Bezahlung der Unterkunft übrig zu behalten.

Im lange Zeit weltbesten Restaurant “Noma” (Kopenhagen) wollte man uns nicht haben. Reservierungen werden wegen nachhaltiger Überbuchung erst wieder für 2020 entgegengenommen. So lange wollten wir unsere Reise nicht ausdehnen.

Auf den Fußwegen zwischen den Restaurants sind wir übrigens von e-Rollern circa 5-7-mal zu Tode erschreckt bzw. touchiert und einmal geradezu umgenietet worden.

(Fortsetzung und weitere Details in Kürze; Noma; e-Roller)