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Markus Lanz

Bei uns ist es so, dass wir (ich werde noch in diesem Jahr 67) wochentags roundabout 9.30 Uhr aufstehen, duschen, einen Trainingsanzug anziehen und dann über den Tag gepeilt 6-8 Stunden fernsehen. Wir sind abends relativ schnell müde. Spätestens um 21 Uhr knipsen wir das Licht aus.

So etwa sieht der durchschnittliche Wochentag bei uns aus. Höhepunkt sind die Talkshows mit Markus Lanz, die wir allerdings der fortgeschrittenen Sendezeit wegen eben nicht zur Geisterstunde, sondern tagsüber aus der Konserve sehen. Warum wird die Talkrunde überhaupt so spät gesendet?

Für unseren Geschmack spielt sich Herr Lanz immer ein wenig zuviel in den Vordergrund. Die Gäste werden bisweilen zum bloßen Beiwerk. Seine Fragen an die Talkkandidaten kommen oft allzu  hektisch herüber. Nächtens würden wir das sicher nicht aushalten. Aber zu gemütlicher Mittagsstunde gibt uns das Politquiz eine ganze Menge. Wir können mittlerweile überall mitreden.

Die Talkgäste werden auf teils charmante, teils extrem hastige und drittenteils auch sehr penetrante Weise gegrillt, wobei oft Handfestes und Bleibendes herauskommt. Wir können die Sendung nur empfehlen, weil wir mehr Einblick, Tiefgang und Hintergrund als anderswo empfinden.

(Foto adobe-stock 28103015 IvicaNS)

Elsbeth und die Arminia

Tante Elsbeth ist 84, leidenschaftlicher Fußballfan, Technikfreak und kommunikativ.

Sie hat ein kleines Ein-Zimmer-Appartement im Altenstift in Bielefeld und baut zu jeder Bundesliga-Übertragung die abgebildete Freilichtanlage auf.  Inwieweit die einschlägigen Coronaregeln am Tag der Veranstaltung eingehalten werden, vermögen wir nicht zu beurteilen. Anzunehmen ist, dass Elsbeth die Spiele nicht einsam und allein verfolgt, sondern grundsätzlich mehrere Haushalte zusammentrommelt.

Elsbeth ist Ehrenmitglied bei der Arminia und saß dort jahrzehntelang federführend im Vorstand.

Fortsetzung folgt in aller Kürze …

Helenes Weihnachtsshow

Wir haben uns bei der letzten Folge von Donna Leons Krimis von Weihnachten im Ersten erholt. Und wollten anschließend nochmal kurz einen Blick in Helenes Weihnachtsshow im Zweiten werfen.

Hier sind wir geschlagene eineinhalb Stunden – das Ganze muss über 3 Stunden gedauert haben – aus dem Staunen nicht herausgekommen. Thomas Gottschalk , Roland Kaiser, Howard Carpendale, Engelbert usw. als Stars und Überraschungen  des Abends. Keiner unter 70. Wir waren baff…

Bevor wir uns hier an ein Resumée wagen und mit einer öffentlichen Besprechung die Finger verbrennen, kurz und sicherheitshalber die Frage an die Besucher und – innen unserer Site, ob sie sich ebenfalls in die Sendung verirrt haben und genauso angetan waren wie wir.

Erschlagen von Weihnachten, Krimi und alter Prominentengarde  sind wir jedenfalls gen 23.30 Uhr übermüdet in die Kissen gesunken.

Tatort oder Pilcher ?

Wir gehören zur großen Mehrheit derer, die im Fernsehen in echt nur Büldung, Tagesschau, Wetterkarte und Kultur sehen. Unterhaltung kommt selbstverständlich nicht in Frage, wenn man mal vom Tatort absieht, der jahrzehntelang einen festen Platz in unserer Fernsehwoche hatte. Jetzt ist Schluss damit! Wir haben die Nase voll!

Gestern, Sonntagabend 20.15 Uhr: Demokratie stirbt in Finsternis. Wenn uns die Tagesschau schon in bitterer Gewohnheit das Leid dieser Welt vor Augen hält, brauchen wir nicht noch den anschließenden Tatort und Unterhaltungssendungen, um alle Tiefen menschlichen Seins auszuleuchten. Und das geht nun seit Jahren so.

Wahrscheinlich sind wir unterbelichtet, dass wir etliche Tatorte nicht einmal verstehen. Wer wünscht also derartige Unterhaltung, und wer produziert sie aus welchem Grund für wen? Das wäre doch mal eine großangelegte Umfrage wert.

Ist es die Ehrfurcht vor einer jahrzehntealten Tradition, die einen Tatort am Leben hält, den sich so ernsthaft keiner wünschen kann? Wir loben uns da alte Schinken wie Miss Marple und den Orient-Express, den man auch nach 10x Ansehen nicht satt hat. Und tausend Mal lieber sind uns selbst Barnaby, Mord mit Aussicht oder die Rosenheim-Cops: Frau Stockl und „es gibt a Leich“!

Zur Sicherheit werden wir uns jedenfalls eine Palette Pilcher-Filme auf Lager nehmen. Mehr als 100 Romane und Erzählungen der Autorin sind verfilmt worden, was für sämtliche Sonntagabende bis tief ins Jahr 2020 hinein ausreichen wird. Böse Überraschungen bleiben uns erspart. Der Ausgang ist von Anfang an bekannt. Und für die restlichen 89 Minuten kann man in aller Gemütlichkeit zum Sudoku greifen.

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