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Die Corona-Warn-App

Wenn unsere Website auch so etwas wie ein Tagebuch sein soll, steht der heutige Tag natürlich im Zeichen der lange gereiften Corona-Warn-App.

Wir haben das Dingen natürlich bereits montiert und erhoffen uns davon Gutes. Unsere ersten Eindrücke gehen lediglich dahin, ob wirklich jeder die App richtig einrichten wird, und ob sich positiv Getestete tatsächlich in der nötigen Vielzahl outen werden. Eine Bestätigung, dass die App richtig installiert ist und funktioniert, erhält man offenbar nicht. Und inwieweit die App auch von Fakemeldungen heimgesucht werden kann, wird sich noch ergeben.

Jedenfalls werden wir die Berichterstattung aufmerksam verfolgen. Wenn die Differenz zwischen erkannten Infizierten und Genesenen und Verstorbenen in Deutschland derzeit kaum noch 6.000 beträgt, sind wir gespannt, wie viele davon sich zur App anmelden werden. Und welchen Aussagewert diese wenigen angemeldeten Infizierten dann noch für die App haben können.

Ganz nebenbei: warum Infizierte überhaupt munter in der Gegend herumspazieren, sich unters Volk mischen und sich dann auch noch bei der App melden sollten, ist mir bislang völlig schleierhaft. Aber auch diese Wissenslücke werde ich sicher noch schließen.

 

 

 

Freiluft

Irgendwie senilisieren wir Älteren in diesen Zeiten so ein wenig vor uns hin. Nix ist so richtig Fisch oder Fleisch. Lockerung ja, Lockerung nein. Turnen zuhause am Bildschirm war nicht die Offenbarung. Für unser geliebtes Schwimmen ist die Badewanne zu klein. Und vom Einkauf im Supermarkt sind wir nach wie vor nicht begeistert.

Vom Hallenbad auf den Schlachtensee umzuschalten, ist zumindest vorerst noch eine Frage der Überwindung. Aber die alljährlichen Verkaufsstände im Frühsommer in der Clayallee kommen uns diesmal besonders gelegen. Einkauf in Freien. Lockerer Umgang miteinander. Spargel, Obst, Gemüse. Und wo dann noch Kreativität und besondere Attraktivität hinzukommen, steigt auch hier die Tendenz zum Schlangestehen. Was der ordnenden Hand bedarf. Wie zum Beispiel an unserem Blumenstand. Ordnung muss sind …

Die Betreiber glänzen einmal durch Qualität und Vielfalt ihres Sortiments, inzwischen aber auch durch ihr ausgeklügeltes Corona-Abstandsregularium, wie unser Foto nachdrücklich unter Beweis stellt. Die Abstände zwischen den aufgestellten Schildern stimmen zwar vorn und hinten nicht. Jeder Kunde weiß aber sofort, worum es geht; und richtet sich danach.

Dem einen oder anderen alteingesessenen Blumenladen wird unser Stand mit Sicherheit den einen oder anderen Kunden abjagen. Unterhaltsam ist es hier zumindest immer.

(Fortsetzung folgt kürzlich …)

Lockerungsübungen

Wir haben gestern unseren alten Mathe-Lehrer und die Feststellung zitiert, dass es auch einem Superathleten beim bestem Willen nicht gelingen würde, möglichst viele Meter in möglichst schneller Zeit hinter sich zu bringen. Wollte er dabei auch noch möglichst viele Blumen pflücken und möglichst vielen Zuschauern zuwinken, wäre das erst recht ein Ding der Unmöglichkeit.

An eine ähnliche Aufgabe soll sich jetzt unsere Politik heranmachen. Für Gesundheit, Wohlstand, Soziales Gefüge und die Zufriedenheit aller Wahlbürger in einem Zug zu sorgen, ist eine echte Herausforderung. Uns allen muss klar sein, dass die gestern beschlossene Lockerung letztlich nur Lockerungsübungen darstellt, deren Erfolg sich erst erweisen wird. Und da die Ansprüche von Bürgern, Parteien, Interessenvertretern und Journalisten unterschiedliche sind, kann und wird über diesen Erfolg und den Sinn der einzelnen Maßnahmen oder unterlassenen Maßnahmen endlos gestritten werden.

Gertrude (29) und ich finden, dass das vorgestellte Maßnahmenpaket gerade aus diesem Blickwinkel nachvollziehbar erscheint und der formelle Vortrag der Regierenden in der gestrigen Pressekonferenz überzeugt und beruhigt hat. Gertrude und ich stehen der Gastronomie nahe, der weiterhin sehr viel abverlangt wird. Es ist wohl richtig, dass man durch eine Gesichtsmaske schwerlich essen und trinken kann. Gerade im auflaufenden Frühling und Sommer wäre Lockerung für die Bewirtung auf der Terrasse und draußen sicher vorstellbar gewesen. Ebenso klagen Verkaufsläden über 800qm und, und …

Warum hier keine Lockerung und nicht mal … Übung? Wir wollten noch nie in der Haut von Politikern stecken. Derzeit schon gar nicht.

(Bild/Foto unter Lizenz 180471971 von StudioRomantic – stock.adobe.com)

Virologe des Tages

In aller Offenheit geben wir einmal zu, dass wir nicht nur den Berliner Tagesspiegel, sondern genauso regelmäßig die BILD-Zeitung lesen. Hier finden wir, was sich im Tagesspiegel unter Umständen nicht findet und umgekehrt. Oft auch aus unterschiedlicher Sicht. Was den Reiz der Sache ausmacht.

Und da kam nun in der BILD, was kommen musste. Fußball gibt’s absehbar nicht. Die Beliebtheitskala unserer Politiker ist nix Neues mehr. Und so vergleichen wir nun stattdessen doch mal die Relevanz der Virologen, was geradezu überfällig war.

Herr Drosten an der Spitze, Herr Streeck, Herr Kekulé und wie sie heißen. Wir kennen sie inzwischen alle. Klinsmann, Lewandowski und Co. waren gestern. Ganz am Ende der aufgeführten jetzt Frau Marylyn Addo aus Hamburg.

Und gerade die hatte es uns gestern Abend angetan. Es wurde nicht theoretisiert, nicht geschwafelt und auch nicht Angst geschürt, sondern zu Ruhe und Besonnenheit aufgefordert, was irgendwie Balsam für unsere geschundene Seele war.

Überhaupt haben wir uns angewöhnt, im Fernsehen nur noch Shopping Queen und Bares für Rares anzuschauen. Zweimal Nachrichten pro Tag und maximal ein Special reichen aus. Wir haben nicht den Eindruck, dass wir irgendetwas verpassen. Auch nicht die Virologen. Und tatsächlich kehren so hin und wieder einmal Entspannung und positive Nachdenklichkeit ein.

Jede Menge Virologen

Nun kommt es auf Gertrude (29) und mich natürlich nicht allein an. Wir für unseren Teil finden die in der Bevölkerung ziemlich geschlossene Übereinstimmung zu den derzeitigen Schutzmaßnahmen jedenfalls gut und auch die Geschlossenheit von Bundesregierung und Länderchefs irgendwie ganz außerordentlich beruhigend. Da weiß man doch zumindest, was man hat und an was man sich orientieren kann.

Irgendwie ärgert uns dagegen, dass jetzt offenbar die Virologen an die Stelle unserer Politiker treten und sich mit gegensätzlichen Kommentaren beharken, was das Zeug hält. Atemschutzmasken hin und Handytracking her, keiner weiss offenbar nix Genaues und desto lauter tönen sie.

Anfangs waren wir noch echt begeistert von Auftreten und Verlautbaren von Prof. Drosten vom RKI. In unserer Unbelecktheit glaubten wir, dass er der einzige und maßgebende Virologe im Lande sein. Über die Zeit sind dann aber immer mehr seiner Branchenkollegen aus den Löchern gekommen, dass wir unsere Hochachtung verlieren und geneigt sind, die Ohren ab und zu auch einmal zuzumachen.

Meinungsvielfalt hin und Meinungsvielfalt her. Wir sind so weit, dass uns unsere Politiker als Sprachrohr genügen. Nix gegen offenbar zahllos vorhandene Virologen. Aber vielleicht sollten Sie doch wieder in ihren Labors abtauchen, Lösungen für die aktuellen Probleme suchen und die Politiker ansonsten briefen und machen lassen.

Echt nischt los …

Kudamm, gestern, Dienstagnachmittag 16 Uhr …

Allerdings streiten sich die Gelehrten darüber, ob, wie und wo sich die Präsenz im Straßenverkehr überhaupt verringert hat. Wenn Busse an uns vorbeirauschen, erkennen wir drinnen eigentlich immer nur den Fahrer, weniger dagegen irgendwelche Fahrgäste. Dagegen hören wir aus einigen Berliner Stadtbezirken, dass sich am hektischen Autoverkehr eigentlich reine nix geändert hätte und gefühlt alles so wie vorher wäre.

Subjektive Eindrücke her und hin. Der städtischen Luft hat die Krise bislang sicher nicht geschadet. Flugzeuge hört und sieht man auch kaum mehr. Und die dreckverbreitenden Ozeanriesen hat man in Berlin ohnehin nur hin und wieder einmal gesehen.

 

Muss ja nich sein…

Diesen superpraktischen Eimer haben wir einmal unserer Erinnerung nach beim Kauf von sechs Bierflaschen als Draufgabe erhalten. Seither steht er mehr oder weniger ständig auf unserem Balkon herum.

Wir werden daran nix ändern, eine Zeit lang aber vorzugsweise die Vorderseite nach hinten drehen.

Muss ja nich sein …

Wir werden die Maßnahme spätestens nach Ostern wieder aufheben.

Zielkonflikte

Gertrude und ich zählen zur zwitterigen Gruppe derer, die unserer Welt mehr Harmonie wünschen, sehr wohl aber wissen, dass Harmonie allein keine Entwicklungen vorantreibt.

Wenn wir verfolgt haben, dass unsere Politiker in ihrem Verfahren mit Corona weitgehende Rückendeckung von der Bevölkerung bekommen, stimmt uns das froh. Andererseits sehen wir den wirtschaftlichen Schaden, den der derzeitige Shutdown anrichtet. Wo liegen die Kompromisse in den aktuellen Zielkonflikten? Zwischen Grippe einerseits und welt-, volks- und einzelwirtschaftlichem Crash andererseits.

Wir haben die aktuelle Politik von Bundesregierung und Bundesländern zunächst so verstanden und teils auch nicht verstanden, dass jegliche Kontakte für 2 oder 3 Wochen oder bis spätestens Ostern weitestgehend unterbunden werden sollen. Was? Nur so kurz? Ist die Welt dann wieder in Ordnung? Oder ist das nur eine erste, psychologische Dosis?

Inzwischen neigen wir dazu, dieses Paket als ausgewogen und zielführend zu betrachten. Der angegebene Zeitraum ist übersichtlich, man wird Situation und Entwicklung laufend neu bewerten und ggf. geeignete Anpassungen vorschlagen. Dessen sind wir sicher!

In diesem Zusammenhang werden Stimmen lauter, dass über den Schutz von Gesundheit und Gesundheitswesen wirtschaftliche Aspekte nicht vergessen werden dürfen. Sind Angst vor dem Virus und Virus relevanter als die Aussicht auf wirtschaftlichen Niedergang? Crash statt Grippe oder Grippe statt Crash?

Wenn Opposition, Presse und Öffentlichkeit Versäumnisse in der Vergangenheit und Einseitigkeit der aktuellen Maßnahmen kritisieren, ist dies in einer Demokratie gottseidank zulässig und üblich. Wir sind sicher, dass auch diese Argumente gehört werden und dazu beitragen, dass Regierung und Politik ausgewogene Wege suchen und finden werden. Um entsprechende Anpassungen der aktuellen Maßnahmen vorzunehmen.

Ähnliche Krisensituationen hat es in unserer Vergangenheit nicht gegeben. Es werden also mit Sicherheit Fehler gemacht. Um sie über die Zeit aber wieder zu korrigieren. Grundsätzliche Alternativen sind für uns schwer vorstellbar.

Gertrude und ich möchten mit unseren Politikern, den Mitarbeitern im Krankenhaus, den Pflegern im Seniorenheim und der Kassiererin im Supermarkt nicht tauschen. Desto weniger kämen wir auf die Idee, Ihnen ausdauernd oder gar lustvoll … ans Bein zu pinkeln.

 

MLK und Mega Corona

Ausgerechnet in diesen Tagen ist unsere Uroma (93) erkrankt und ins Krankenhaus eingeliefert worden. Nicht Corona. Das Alter. Schlimm.

Gestern um kurz nach 5 morgens wurden wir aus dem Bett geklingelt. Am Telefon war Dr. B. aus der Notaufnahme vom Berliner Martin-Luther-Krankenhaus, der uns ebenso einfühlsam wie sachkundig und ausführlich aufklärte und nach der Krankengeschichte befragte. Nicht zu glauben in dieser Anspannung unseres Gesundheitswesens.

Wir mögen, bitte, unter der-und-der Nummer des Krankenhauses zurückrufen, um einige noch fehlende Angaben nachzureichen. Was sich zu allem Übel als zusätzliches Sonderproblem herausstellte, weil just im weiteren Verlauf des Morgens – und bis heute Mittag – die komplette Telefonanlage des Krankenhauses ausfiel.

Was tun? Irgendwelche Auskünfte über die Situation und vor allem die Telefonanlage im Krankenhaus waren weder im Internet noch bei uns geeignet erscheinenden Auskunftstellen zu erlangen. Wir schrieben eine Mail. Und wie es denn unserer Mutter ginge.

Es dauerte keine halbe Stunde, bis eine ausführliche individuelle Antwortmail eintraf. Wir mögen uns gedulden, man informiere die Station, und der Arzt würde sich melden. Was effektiv zwei, drei Stunden später geschah. Der Oberarzt rief uns persönlich … mit seinem privaten Handy an. Wieder ausführliche Information und Austausch zum weiteren Vorgehen.

Erneut wenig später ein weiterer Anruf, wieder mit privatem Handy. Die Aufnahme. Wie wir denn die nötigen Formulare ausfüllen und einreichen könnten. Fax funktioniere ebenfalls nicht. Ob wir das ausnahmsweise per Mail hinkriegen könnten.

So ist es dann gelaufen. Unserer alten Oma geht es zwar nach wie vor nicht besser. Aber alle nötigen Schritte haben auch auf diesen Umwegen funktioniert. Bei allen beteiligten Mitarbeitern des MLK haben wir uns hoffentlich gebührend bedankt. Wie die sicher mehrfach gestressten Mitarbeiter das hinbekommen haben, empfanden wir als absolut bewundernswert.

Übrigens haben wir zwischendurch auch noch den in anderer Mission herbeigerufenen Klempner in unserer Wohnung abgefertigt. Mit Mundschutz, 2 m Abstand und dem Hinweis nach Schadensbeseitigung, dass er seinen Arbeitszettel doch ganz ausnahmsweise einmal selbst für uns unterschreiben solle. Was er verständig tat. Erst im Nachhinein haben wir festgestellt, dass er mit „Mega Corona“ unterschrieben hatte. Unsere Ängstlichkeit und Vorsicht hat er offenbar als übertrieben empfunden.

Von Haus zu Haus

Ausdauernd haben wir uns in den letzten Jahren immer wieder gefragt, wie wohl die sinnige und aktuelle Ausdrucksweise in der Korrespondenz aussehen sollte. Bündig, aber nicht unhöflich. Positiv. Nicht verstaubt. Wie rede ich insbesondere meinen Gegenüber an, und wie schließe ich eine Mail oder einen Brief?

Ich nehme das Thema jetzt einmal mehr ins Visier. Hinsichtlich des Abschlusses einer Korrespondenz denke ich an eine Formel wie “Herzlich von Haus zu Haus”, was in dieser Zeit sicher nicht völlig daneben sein kann. Was denken unsere Leser und Besucherinnen?

Übrigens ist in diesem Zusammenhang erstaunlich und aufmunternd zugleich, wieviele wohlwollende Ratschläge, Tipps und Mails dieser Tage in unseren Postfächern eingehen. Karikaturen und lustige, teils sogar ausgesprochen kreative Videos. Sorgen mache ich mir nur um meine und die allgemeine Speicherkapazität, wenn ich mir vorstelle, dass effektiv jedes Filmchen vieltausendfach ins Archiv wandert. Da hilft wohl nur zähes Löschen, oder?

Portfolio Einträge