Liebe Mitgliederinnen!

Soeben erhalten wir per Mail ein Mitgliederrundschreiben von Hertha BSC, in dem sich der Präsident mit den aktuellen Verlautbarungen und Anschuldigungen von Jürgen Klinsmann auseinandersetzt. Anrede: Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder!

Was das Inhaltliche anbelangt, werden die negativen Äußerungen Klinsmanns über den Verein als falsch bzw. unsinnig zurückgewiesen. Was nicht anders zu erwarten ist. Immerhin veranlasst uns der Gesamtzusammenhang im Folgenden ganz ausnahmsweise einmal zu einem etwas längeren Elaborat.

In unserer Eigenschaft als Gutmenschen streben wir schon von jeher ausdauernd nach ausgewogener, objektiver und gerechter Bewertung, wobei wir unsere Ohren nach allen Seiten spitzen. Was in unserer heutigen Zeit nicht immer etwas nützt, wo Wahrheit und Fake oftmals kaum mehr auseinanderzuhalten sind. Wer sagt die Wahrheit, wer redet Quatsch?

Im Streit haben zumeist alle Beteiligten eine Teilschuld. Im Fall Klinsmann haben wir uns dafür entschieden, seinen Abgang in Berlin für absolut unmöglich zu halten. Diverse Spielzeiten lang haben wir uns über die Mannschaft geärgert. Die neuen Visionen von Windhorst und Klinsmann hatten uns geradezu elektrisiert. Nun der unrühmliche Abschied und offenbar totales Durcheinander. Und die Befürchtung, dass jetzt wieder der alte Trott einreißen könnte. Einmal abgesehen davon, dass Klinsmann in Fußball-Deutschland wohl auf ewig versch…. haben dürfte.

Das zur Sache, und nun noch zu den „Mitgliederinnen“. Gertrude (29), die übrigens auch zahlende Mitgliederin bei Hertha ist, und ich tun uns von jeher schwer mit der Tendenz, Frauen zur Gleichberechtigung zu verhelfen, wo das effektiv entbehrlich ist. Wir mochten die Chearleader bei Alba. Und im Fall der Mitgliederinnen meinen wir, dass dieser Ausdruck absolut Grotte, wenn nicht sprachlich sogar komplett falsch ist.

Wir unterstellen einmal, dass Präsident Gegenbauer mit dem Begriff humorvoll auflockern wollte, was ja auch schon mal etwas Positives in düsterer Situation ist. MS Word zeigt bei der Verwendung von „Mitgliederinnen“ keinen Fehler an. Dagegen meint der Duden, dass das Wort Mitglied keine typische Personenbezeichnung sei, an die ein „-in“ für die feminine Gleichberechtigung angehängt werden könnte. Vielmehr ist es ein Neutrum, niemand wird diskriminiert, die Anrede „liebe Mitglieder“ reicht also aus, wenn die Sache nicht ins Alberne abgleiten soll.

Was lernen wir daraus? Die Situation bei Hertha scheint einigermaßen verfahren. Es bleibt spannend, welcher Weg aus dem aktuellen Dilemma führen soll und wird. Humor allein wohl eher nicht.

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