Logistik

Ich schicke einmal voraus, dass ich jahrzehntelang im Speditionsgewerbe tätig gewesen bin. Was sich hier seither insbesondere durch Digitalisierung verändert hat, ist verblüffend. Der Empfänger kann heute fast schon im Normalfall erwarten, dass die Lieferung eintrifft, bevor er die Bestellung aufgeben hat.

Damit verbunden sind jede Menge Mails, mit denen der Kunde die Reise seiner Bestellung verfolgen kann. Hier bin ich schon nicht mehr ganz so begeistert. Nicht immer scheint mir ausreichend verständlich, wo man sich wie einloggen und ggf. Lieferorte und Liefertermine beeinflussen kann. Und wenn mir Auslieferung zwischen 11 und 15 Uhr in Aussicht gestellt wird, hab ich nix davon, und es zerreisst mir ggf. den ganzen Tag.

Hat der Absender noch zumal angegeben, dass das Buch für 15 Euro nur persönlich und gegen Unterschrift übergeben werden darf, wird der Quatsch noch quätscher. Einige perverse Finessen haben wir hier schon kennenlernen müssen.

Ganz grundsätzlich bin ich über die Korrektheit und Höflichkeit der Boten überwiegend erstaunt. Einige nehmen lieber 4 Treppen zu Fuß als unseren Fahrstuhl. Und alle Beteiligten freuen sich, wenn wir ausnahmslos jedem Boten ein kleines Trinkgeld geben. Nachmachen, wir sind da wie gesagt ganz zufrieden mit uns selbst! Viele der Zusteller verdienen vermutlich nur einen dürftigen Hungerlohn.

Am ehesten haben wir immer wieder einmal Kummer mit UPS gehabt und als größten Knüller gestern die Auslieferung unseres lang ersehnten neuen Handys empfunden. Das Dingen kostet um die 1.ooo € und war für 10-14 Uhr angekündigt. Trudchen (29) musste auf mich als Einkaufsbegleitung verzichten. Ich blieb als Empfangskomitee zuhause. Gegen 13.45 klingelte es. Trudchen war längst wieder zurück.

Über die Sprechanlage erfuhr ich, dass es der erwartete Zusteller war, dem ich erklärte, dass er bitte ins 4. Stockwerk kommen möge. Wer nicht kam, war er. Stattdessen sah ich durchs Fenster den UPS-Transporter wieder eilig abreisen. Verdammt!!

Nun ist Trudel einige Jahre jünger und kiebiger als ich. Ob ich mich nicht einmal zum Briefkasten bemühen wolle. Vielleicht habe der Zusteller das Paket eingeworfen. Darauf war ich nicht gekommen. Ich bemühte mich, aber auch unser Briefkasten schien leer. Und nun hatte ich ausnahmsweise eine Erleuchtung.

Ich öffnete die Haustür, um auch von außen noch einmal auf die Briefkastenanlage zu schauen. Und was glauben meine lieben Leser**?!%-innen, was dort mit einem kleinen Zipfelchen wackelig in meinem Kasten hing, weil es mit dem großen Rest nicht reinpasste?

Genial!! Wenigstens habe ich das Trinkgeld gespart. Und der Bote hat mit Sicherheit selbst quittiert.

(Foto adobe-stock 311606784 VanderWolf Images)

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