Errare humanum est …

Wenn Irren tatsächlich menschlich ist, darf ich Folgendes sicher ungestraft zum Besten geben.

Wie jedes Jahr war ich mit meiner Fußball-Mannschaft auch diesmal wieder zu einem Freundschaftstreffen an der Ostsee. Je drei Mann bewohnten ein Appartement vor Ort. Gefrühstückt wurde in einer Bäckerei ein paar Ecken weiter, zu der wir jeden Morgen mit meinem PKW fuhren.

Beim ersten und zweiten Mal ging alles glatt, beim dritten Mal hatte ich ein Problem. Meine beiden Kumpels waren schon voraus an die Theke gegangen, um sich Kaffee, Brötchen und Aufschnitt auszusuchen, während ich die Kateridee hatte, uns einen Tisch an Fenster mit Blick auf den Hafen auszusuchen, zu reservieren und dort als Zeichen der Reservierung meine bei mir befindlichen Utensilien abzulegen. Zweifel an dieser Aktion hatte ich nicht, da sich außer uns, zwei Verkäuferinnen und zwei weiteren Kunden an der Theke keine weiteren Personen in dem Etablissement befanden. Dachte ich zumindest.

Als ich wenig später zu unserem Tisch zurückkehrte, bemerkte ich dort plötzlich eine auswärts aussehende Frau, die aus der Damentoilette an einen der weiteren Tische schlich … und ansonsten auf unserem Tisch nichts; meine Brieftasche und mein Handy waren fort.

In Hast und Schnelle wägte ich Fürs und Widers alternativer Problemlösungen ab, um dann laut von mir zu geben, dass niemand das Institut verlassen möge. Ich wolle zwar sicherheitshalber noch einmal in meinem vor dem Laden geparkten PKW nachsehen. Bis dahin hätte ich allerdings das schiefe Gefühl, dass mir Brieftasche und Handy gerade entwendet worden seien.

Alle schienen Verständnis zu haben. Ich fand Brieftasche und Handy auf Anhieb in der autolichen Mittelkonsole wieder; und entschuldigte mich für den Aufruhr.

Was hätten Sie an meiner Stelle gemacht? Ich ziehe den Schluss, dass ich Handy und Brieftasche selbst in unserer eigenen Wohnung nicht mehr offen auf dem Tisch liegen lassen und Ausländer noch weniger als je zuvor unter Generalverdacht stellen werde. Peinlich einer- und lehrreich andererseits.

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