Glimpf

Wir haben an dieser Stelle wohl schon einmal verlautbart, dass Gertrud (29) und ich nicht nur Sport, sondern lange Jahre auch Germanistik studiert und dabei offenbar bleibend verinnerlicht haben, die deutsche Sprache zu pflegen und womöglich aufzumöbeln.

Als ich gestern Abend linkisch ein halbes Glas Rotwein auf dem neuen weißen Teppich im Kinderzimmer ausgeschüttet habe, ist Gertrud ungewöhnlich gnädig mit mir umgegangen. Ich bin sozusagen glimpflich davongekommen, was mir den Kopf freigelassen hat, mich mit diesem „glimpflich“ etwas näher auseinanderzusetzen.

„Glimpflich“ ist geläufig, „unglimpflich“ auch gerade noch, was aber hat es mit beider Kern, dem „Glimpf“ auf sich?

Unser Duden von 1970 kennt das Substantiv nicht. Fassen wir zusammen und bringen wir auf den Punkt , was wir im Internet dazu finden, so ist „Glimpf“ ein veraltetes Wort, das letztlich etwas wie „Gelindigkeit“, Milde oder Mäßigung im Betragen bedeuten mag. Was der Welt in unserer heutigen Zeit doch eigentlich ganz außerordentlich gut zu Gesicht stände.

Gertrud (29) und ich jedenfalls wollen dem „Glimpf“ wieder zu Ehren verhelfen. Glimpfliche Kommentare dazu sind uns jederzeit herzlich willkommen.

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