Fachsimpeln

Wir finden, dass treffsichere Wortwahl begeistern kann. So lasen wir neulich weissichwo, dass ein kleiner Junge (5) abhanden gekommen und den verängstigten Eltern erst nach einigen Stunden von der Polizei zurückgebracht worden war. Man habe ihn gesund und munter auf einer benachbarten Tankstelle aufgefunden, wo er mit Autofahrern über Kraftfahrzeuge “gefachsimpelt” habe.

Wir vergeben hier kurzentschlossen mehrere Sternchen für die sympathisch-treffsichere Formulierung. Und nutzen die Gelegenheit, die Bedeutung von “Fachsimpeln” noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Hat das etwas mit “simpel” oder “einfach” zu tun? Wohl eher nicht.

Ziehen wir das Pferd ausnahmsweise von hinten auf. Die größte Sünde, die man beim Fachsimpeln begehen kann, ist offenbar die, dies in Gegenwart von anderen zu tun, die vom Thema keine Ahnung haben. Es wird – kurz gefasst – exclusives Fachwissen so diskutiert, dass auch noch ein sozialer Nutzen dergestalt herausspringt, dass man sich in besonderer Weise zusammengehörig fühlt … und andere sehr schön ausgrenzen kann.

Als fachthematische Beispiele fallen uns von früher das Skatspiel und aktuell das Golfen ein, wo Gertrude (29) und ich uns bisweilen zu den leidtragenden Dritten zählen durften. (Ohne dass wir uns heute im Nachhinein etwa darüber beschweren wollen.)

Und nun kommen wir noch abwegig ins Schwafeln: Gestern lasen wir, dass ein (anderer) 5-Jähriger seinen Vater unter 110 bei der Polizei angezeigt hat, weil er zwiefach rote Ampeln überfahren hätte. Die Polizei konnte den Anrufer besänftigen und nach einigem Hin und Her zum Zurückziehen der Anzeige bewegen. Letztlich wohl auch irgendwo intimes insidiges Fachsimpeln.

 

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