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Die Eselin von A.

Wir sind ein Kreis von inzwischen leicht ergrauten 14 Pärchen, die seit mehr als 40 Jahren eine gemeinsame Leidenschaft pflegen: Mindestens zweimal im Monat fallen wir in Gesamtheit oder kleinerer Abordnung in ständig wechselnden Restaurants in Berlin (oder Umgebung) ein. In erster Linie um zu genießen, aber auch unsere nun fast schon professionellen Erfahrungen auszutauschen und jeweils abschließend Restaurantkritik zu üben.

Dabei geht es uns wohlbemerkt nicht darum, besserwisserisch herumzumäkeln oder den Wirt in den entsprechenden Foren im Internet madig zu machen; was wir im Gegenteil schon einmal als schlechten Einstieg erachten. Unser Tipp, merke: Wer von vornherein schlechte Laune hat, sollte besser zuhause essen. Und noch eine Erfahrung: Findet sich ein Parkplatz vor der Einrichtung, stimmt das Wetter bei Verköstigung im Freien und passt der erste Gesamteindruck, ist das für uns immer schon die halbe Miete.

Im aktuellen Fall der „Eselin von A.“ am Schloss Berlin-Charlottenburg möchten wir noch ausdrücklich vorausschicken, dass wir mit den Betreibern weder verwandt noch verschwägert sind. Und desto ehrlicher können wir davon schwärmen, dass der vergangene Freitag ein absoluter Knüller war. Unseren Smart waren wir eine Ecke weiter losgeworden, leichter Nieselregen hatte fünf Minuten vor unserem Eintreffen abendlichen Sonnenstrahlen Platz gemacht und strahlende Gesichter begleiteten uns zu unseren Tischen unter einem heimeligen Baldachin von dichten, grünen Blätterranken.

Wie immer waren wir hungrig. Wir hatten ein kleines Menü für alle vereinbart, und ein ebenso attraktiver wie schmackhafter Gruß aus der Küche (Paprikasüppchen) wurde prompt serviert, unmittelbar nachdem wir Platz genommen hatten. Der empfohlene kühle Rosé von Leitz passte wie die Faust aufs Auge. Als Vorspeise Surf und Turf (lecker gegrillte und geknoblauchte Scampi und Currywurst) und als Hauptgang Schnitzel mit Kartoffel-/Gurkensalat. Alles eine stimmige, runde Sache. Nicht mehr und vor allem aber auch nicht weniger. Wir waren absolut begeistert, mit der abschließenden Rechnung voll einverstanden und empfehlen die Eselin im Brustton der Überzeugung weiter.

Der eine oder andere könnte vielleicht einwenden, dass ein 10-Gänge-Menü mit einander abwechselnden Gewürzen aus aller Herren Länder mit Sicherheit doch höheren Ansprüchen genügte. Auch solche Tests haben wir über die Jahre mehrfach veranstaltet. Um dann aber immer wieder reumütig zur unprätentiösen Küche zurückzukehren. Mit klassisch-bürgerlichem Einschlag wie an diesem Abend, aus einer hier ansonsten eher mediterranen Speisekarte.

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