Das kleinste Übel

Es ist schon irgendwie seltsam. Wenn wir uns rückerinnern, haben wir uns bei früheren Wahlen sehr oft von den Protagonisten beeindrucken lassen und nicht so sehr auf deren Parteibuch gesehen. Gucken wir uns heute die drei Kandidaten an, gibts auch in der Presse keine mehrheitlich berückenden Zensuren: Scholz gehört nicht in die SPD, Bärbauch kann sich ohnehin den Kanzler abschminken, und Lascheck holt uns auch nicht vom Hocker.

Der durch seine Eloquenz berühmt-berüchtigte Gabor Steingart meint da heute einigermaßen folgerichtig, dass der Wähler diesmal sehr auf sich allein gestellt sei und sich letztlich für das kleinste Übel entscheiden sollte. Trudchen (29) und ich sehen das ähnlich. Aber was ist das kleinste Übel?

Wir wollen hier mit niemandem anecken und neutral bleiben; aber uns bei der Wahl zu enthalten, fiele uns im Traum nicht ein. Ich habe das Gymnasium vor gepeilten 50 Jahren vorzeitig mit 23 verlassen müssen. Und da hat uns unser Klassenlehrer schon damals eingebleut, dass Nichtwählen gar nicht geht. Aber was dann, wenn die Entscheidung so schwer fällt?

Wir haben uns hier schon einmal vor ein paar Tagen geoutet. Wenn sich voraussichtlich zwei Drittel des Wahlvolks für eine der drei großen Parteien entscheiden werden, ist nicht zu erwarten, dass meine Stimme für eine der Streuselparteien die Welt verändern wird. Wir erwarten dann eher noch mehr Durcheinander, Kompromisse, Halbherzigkeit und Richtungslosigkeit als bisher und werden aus diesem Grund Rot, Schwarz oder Grün wählen. Per Briefwahl. Zack! Geht doch!

Ich werde Trudel (29) persönlich mit unseren Stimmzetteln zum Wahlamt schicken, damit wir die Frist nicht überziehen.

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