Bahne!

Früher is nich mehr. Früher haben wir immer „Bahne!“ gerufen, wenn uns beim Rodeln jemand im Weg stand. Rodeln is auch nich mehr. Aber „Bahne frei!“.

Irgendwie suchen wir Kampfschwimmer die Geborgenheit. Wer für Körper und Seele ausdauernd seine Runden dreht, möchte Orientierung behalten und in seinen Kreisen ungestört bleiben. Vorzugsweise schwimmt er am Beckenrand, hin und her und her und hin…

Und da ist es nun mehr als ärgerlich, wenn zwei ältliche Damen mit Schwimmschlangen zwischen den Beinen ausgerechnet dahin hüpfen, um sich über die neuesten Zahnlücken der Enkelchen auszutauschen. “Bahne, das ist meine Bahn!”

Ich will hier nicht auf miesepetrig machen, aber mich traf es neulich auch. In aller Bescheidenheit wiederholte ich hier schon verschiedentlich, dass ich von athletischem Appeal und überhaupt ein ausgesprochener Goodlooker bin. Ich schwamm meine Bahnen. Niemand außer mir im Becken, als sich eine mittelalterliche Frau im Einteiler der Einstiegstreppe näherte. Sie überlegte nur kurz, um sich dann … für meine Bahn zu entscheiden. Geistige Absence oder doch eher Absicht? Die Entwicklung brachte mich aus dem Tritt. Sozusagen…

Sie hatte noch längere Zeit mit ihren Haaren zu tun. Ich umschwamm sie mehrfach. Merkte sie etwas oder merkte sie nix? Ich entschied mich gemäß Motto meines Blogs für die Vernunft, verzichtete auf “Bahne!” und wechselte gewissermaßen dieselbe.

Der Anschiss lauert erfahrungsgemäß überall. Auch in der leeren Schwimmanstalt. Trotzdem war ich anschließend ausgesprochen stolz auf mich. Als Goodlooker und als rücksichtsvoller Kampfschwimmer.

Selbstverständlich können meine Beiträge zu Vernunft und Allgemeinbildung jederzeit sehr gern kommentiert (siehe unten) und/oder kostenlos abonniert  werden (siehe ganz, ganz unten) . Ich freue mich darauf und danke dafür im Voraus!
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