Alles ist relativ

Unter der Woche essen wir morgens Müsli. Am Wochenende schickt mich Gertrude (29) Brötchen holen. Mit Maske und längerem Schlangestehen. Bis auf heute. Schlangestehen ja, aber den Spuckschutz hatte ich irgendwie senil vergessen.

Ich entschuldigte mich vorn, hinten und bei den Verkäuferinnen. Ehe ein maskierter Rechtsanwalt, als der er sich schnell decouvrierte, erklärte, dass ich mit Strafzahlung auf keinen Fall rechnen müsse. Letztlich sei das eines Frage des Hausrechts des Ladeninhabers. Und wenn der nicht auf Maske insistiere, solle ich mal beruhigt weiter meine Semmeln einkaufen.

Eine der Verkäuferinnen stimmte ein, dass eine Anweisung bestehe, maskenloses Einkaufen nicht zu monieren. Letztlich wären auch sie selbst unmaskiert, weil der Abstand zu den Kunden länger als eine Tröpfchenweite sei.

Eine schlagfertige Entgegnung ist mir im Moment zugegebenermaßen nicht eingefallen. Gertrude und ich haben die Bemerkung erst beim Frühstück nachverdaut. Alles ist relativ. Auch die Vermutung, dass die Verkäuferinnen mit Sicherheit reihenweise, ausdauernd und nachhaltig in die Vitrinen husten.

 

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