Adam Riese

Immer wieder stoße ich auf Zeitungsartikel, die über die Geldanlage in Aktien informieren sollen. Auch ich denke, dass ein Teil des Ersparten in Aktien gehört, so der denn dafür übrig ist. Aber was da so zu Papier gebracht wird, beschreibt meiner Meinung nach jede Verspottung.

Eine Seite lang diskutiert dieser Tage der Berliner Tagesspiegel unter Rückgriff auf das Handelsblatt, wann man bei verlustreichen Aktien aussteigen und in chancenreichere Aktien einsteigen sollte. Wobei ein ebenso zitierter wie offenbar renommierter Fondsmanager folgende interessante Rechnung zum besten gibt:

“Fällt eine Aktie um 10%, muss sie um elf Prozent steigen, um Ihr Ausgangsniveau (wieder) zu erreichen. Bei 50% Verlust sind es aber schon 100 Prozent, und bei 75% sogar 300 Prozent. Die Frage muss man sich stellen, ob das klappen kann… In der Vergangenheit war das häufig nicht der Fall”.

Man sollte sich deshalb frühzeitig von Verlustbringern trennen und stattdessen chancenreichere Aktien einsammeln. Und nun lach ich mir doch mal einen, oder was denken meine Leser und Innen?

Ich will mal überspitzt formulieren, was ich meine: Der Autor legt nahe, eine Aktie, die 75% Verlust eingefahren hat zu verkaufen, weil sie 300% zulegen müsste, um wieder zum Startkurs zurückzukehren. Was nicht die Regel sei!?! Und nun wird’s noch quätscher: Man sollte sich stattdessen mehr Steigerungspotential mit einer anderen Aktie eintauschen. Weil die eher 300% zulegen kann?????!!!!! Versteh ich nich. Warum?

Wenn ich die komplette Tagesspiegelseite sorgsam inhaliere, bin ich nach Genuss genauso schlau als wie zuvor. Der Text füllt das Blatt, aber wesentlich mit Unsinn. Was für mich einmal mehr bedeutet, dass die Geldanlage in Aktien reine Glücksache bleibt. Und dass der, der von Aktien noch weniger Ahnung hat als ich, lieber die Fingerchen davon lassen sollte. In echt!!

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